Bhagavān
Krishna
Die Höchste Persönlichkeit Gottes
Krishna – Die Höchste Persönlichkeit Gottes
Wer ist Gott? Diese Frage beschäftigt die Menschheit seit Jahrtausenden. Die vedischen Schriften beschreiben Gott nicht nur als unpersönliche Kraft oder als den Schöpfer des Universums, sondern als eine ewige, allwissende und all-liebende Person. Im Krishna-Bewusstsein wird diese höchste Wirklichkeit als Krishna verehrt.
Der Name Krishna bedeutet „der Allanziehende“. Er weist darauf hin, dass Gott alle vollkommenen Eigenschaften in unbegrenztem Maß besitzt. Die Veden beschreiben Krishna als die Quelle allen Seins, allen Wissens und aller Schönheit – als den Ursprung der gesamten materiellen und spirituellen Schöpfung.
Krishna ist zugleich allgegenwärtig und persönlich. Er wohnt als Überseele (Paramātmā) im Herzen jedes Lebewesens, durchdringt als Seine allumfassende Energie das gesamte Universum und existiert gleichzeitig in Seiner ursprünglichen persönlichen Gestalt. Deshalb können Menschen auf unterschiedliche Weise eine Beziehung zu Gott erfahren – als allgegenwärtige göttliche Gegenwart, als höchste Wahrheit oder als die liebende Persönlichkeit Gottes.
Nach der Bhagavad-gītā ist jede Seele ein ewiger Teil Krishnas. Deshalb sehnen sich alle Lebewesen letztlich nach Liebe, Glück und einem Leben von bleibender Bedeutung. Diese Sehnsucht findet ihre höchste Erfüllung in einer bewussten Beziehung zu Gott.
Die Krishna-Bhakti lehrt, dass Liebe die höchste Form der Gotteserkenntnis ist. Gott möchte nicht aus Angst oder Pflicht verehrt werden, sondern lädt jeden Menschen zu einer persönlichen Beziehung ein. Durch Gebet, Meditation, das Chanten Seiner heiligen Namen, das Studium der vedischen Schriften und ein Leben im liebevollen Dienst kann diese Beziehung allmählich wieder erwachen.
Krishna erscheint nach den Veden immer wieder in dieser Welt, um den Menschen spirituelles Wissen zu vermitteln und sie an ihre ewige Bestimmung zu erinnern. Vor etwa fünftausend Jahren offenbarte Er die Bhagavad-gītā, einen der bedeutendsten spirituellen Texte der Menschheitsgeschichte. In ihr erklärt Er den Weg zu innerem Frieden, Selbstverwirklichung und Gottesliebe.
Für die Anhänger der Krishna-Bhakti ist Krishna die Höchste Persönlichkeit Gottes – der Ursprung aller göttlichen Erscheinungsformen und die Quelle aller Avatāras. Gleichzeitig erkennen sie an, dass Gott sich den Menschen auf vielfältige Weise offenbart und in unterschiedlichen religiösen Traditionen verehrt wird. Die vedischen Schriften laden dazu ein, diese höchste Wirklichkeit tiefer kennenzulernen und eine persönliche, von Liebe geprägte Beziehung zu ihr zu entwickeln.
kṛṣṇas tu bhagavān svayam
„Krishna aber ist die Höchste Persönlichkeit Gottes selbst.“ – Śrīmad-Bhāgavatam 1.3.28

Bhagavān
Krishnas göttliche Eigenschaften
Die vedischen Schriften beschreiben Krishnas unendliche transzendentale Eigenschaften
- Sac-cid-ānanda
- Ewigkeit, Wissen und Glückseligkeit
- Bhagavān
- Der Besitzer aller Füllen
- Govinda
- Die Quelle aller Freude
- Bhakta-vatsala
- Der Seinen Geweihten zugetan ist
Die sechs Füllen
Ṣaḍ-aiśvarya-
Reichtum
AiśvaryaAlle Fülle gehört ihm – nichts fehlt, nichts geht verloren.
-
Stärke
VīryaUnbegrenzte Kraft, die die Schöpfung trägt.
-
Ruhm
YaśasSein Name wird in allen Welten besungen.
-
Schönheit
ŚrīDie Quelle aller Anziehung – „Krishna“ heißt „der Allanziehende“.
-
Wissen
JñānaVollkommenes Wissen um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
-
Entsagung
VairāgyaBesitzt alles und hängt an nichts.
Daśāvatāra
Die zehn Hauptinkarnationen
Krishna erscheint in verschiedenen Formen, um die Prinzipien der Religion zu etablieren
Matsya
Der Fisch-Avatar
Matsya erschien am Ende des letzten Manvantara, um die Veden vor der großen Flut zu retten. Er führte König Satyavrata und die sieben Weisen in einem Boot, das an seinem Horn befestigt war.
Zweck:
Rettung der vedischen Schriften und des Lebens vor der kosmischen Flut
Mantra:
oṁ namo bhagavate matsya-devāya
Besonderheit:
Erster Avatar im gegenwärtigen Kalpa
Līlā
Krishna-Lila – Die Spiele Krishnas
Als Līlā – „göttliches Spiel“ – bezeichnen die vedischen Schriften die Taten Krishnas. Sie sind kein bloßer Zeitvertreib, sondern Ausdruck seiner ewigen, liebevollen Beziehung zu allen Lebewesen.
Vier dieser Geschichten, wie sie im Śrīmad-Bhāgavatam überliefert sind, stellen wir hier vor – von Krishnas Erscheinen über den Govardhana-Hügel und die Rāsa-Līlā bis zur Läuterung der Schlange Kāliya.

Vor mehr als 5'000 Jahren erschien Krishna in Nordindien, um seine ewigen spirituellen Spiele zu offenbaren und die Menschen an ihre Beziehung zu Gott zu erinnern. Nach den vedischen Schriften war seine Geburt kein gewöhnliches Ereignis. In der Nacht seines Erscheinens herrschte überall eine Atmosphäre von Frieden, Freude und Glück. Die Sterne standen in einer besonders günstigen Konstellation, die Flüsse flossen ruhig, Lotusblumen blühten, und selbst die Natur schien die Ankunft des Herrn zu feiern.
Krishna erschien als Sohn von Vasudeva und Devaki, die vom tyrannischen König Kamsa gefangen gehalten wurden. Zunächst offenbarte er sich in seiner göttlichen Gestalt mit vier Armen und den Symbolen Vishnus: Muschelhorn, Keule, Diskus und Lotusblume. So zeigte er seinen Eltern, dass er die Höchste Persönlichkeit Gottes ist. Auf ihre Bitte hin nahm er jedoch die Gestalt eines gewöhnlichen Kindes an.
Noch in derselben Nacht brachte Vasudeva das göttliche Kind über den Fluss Yamuna nach Gokula, wo Krishna seine Kindheit verbringen sollte. Dort wuchs er als Sohn von Nanda Maharaja und Mutter Yashoda auf. In den folgenden Jahren offenbarte Krishna durch seine wunderbaren Spiele, seine Weisheit und seine Liebe seine göttliche Natur und gewann die Herzen aller Menschen.
Nach dem Verständnis der Bhakti-Tradition erscheint Gott aus freiem Willen in dieser Welt, um seine Geweihten zu beschützen, spirituelles Wissen zu erneuern und allen Lebewesen die Möglichkeit zu geben, ihre ewige Beziehung zu ihm wiederzuentdecken. Krishnas Erscheinen wird daher bis heute als Janmashtami gefeiert – eines der wichtigsten Feste der vedischen Tradition.
yadā yadā hi dharmasya glānir bhavati bhārata
„Wann immer es einen Niedergang der Religion gibt, erscheine Ich.“
Lebendige Erinnerung an Krishnas Spiele
In den Tempeln werden diese Līlās bis heute lebendig gehalten – mit Festen wie Janmashtami und Govardhana-Puja, mit Kirtan und dem Erzählen der Geschichten.
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